Studie über medizinisches Cannabis bei chronischen Depressionen

Studie über medizinisches Cannabis bei chronischen Depressionen

Eine in der Fachzeitschrift Pharmacopsychiatry der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) veröffentlichte Studie eines Forschungsteams der LVR-Universitätsklinik Essen bestätigt den Nutzen von medizinischem Cannabis bei chronischen Depressionen. 

Dabei wurde der Therapieverlauf von 59 Patienten mit chronischen Depressionen in Deutschland erforscht. Diese haben 2021 eine Therapie mit medizinischen Cannabisblüten begonnen, nachdem sie zuvor erfolglos medikamentös behandelt worden waren. Dabei bewerteten die Patienten unter ärztlicher Betreuung den Schweregrad ihrer Depressionen auf einer Skala von 0-10. 

Der durchschnittliche Anfangswert lag bei 6,9.  Nach sechs Wochen lag der Wert noch bei 5,1, nach zwölf Wochen war der durchschnittliche Wert auf 4,1 und nach 18 Wochen auf 3,8 gesunken. Das zeigt eine signifikante Verbesserung des Schweregrades. Bei etwa einem Viertel der Patienten hat sich der Schweregrad bereits nach den ersten sechs Wochen halbiert. 

Die leichten Nebenwirkungen, die etwa ein Drittel der Studienteilnehmer bemerkten, beschränkten sich auf trockene Augen, einen trockenen Mund und mehr Appetit. Das Verspüren von innerer Unruhe und Müdigkeit war dagegen ein Einzelfall.